Alia Auf Korsika – Monte Renoso

Alia auf Korsika

Bongiòrnu meine lieben Freunde,

echt genial, dieses Korsika, ich würde am liebsten gleich wieder losfahren – auch wenn das eine lange Autofahrt und eine Nacht in einer engen Kabine auf dem Riesenschiff bedeutet. Dort kann man tagsüber im Neuschnee wandern und abends an der Küste im warmen Meer baden. Dazwischen: WALD – Buchenwald, Kiefernwald, Kastanienwald, Steineichenwald, … ein Traum! Außerdem gibt es noch jede Menge Flüsschen in den tiefen Tälern, mit tollen Badegumpen dazwischen.

Und dann das Meer, das weite, unendliche Meer … mit hohen Wellen, unglaublich. Hatte erst noch ziemlichen Respekt aber dann schnell gelernt, wie man über die Wellen drüber springt. Meine beiden Menschchen, die hatten oft so bunte Plastikteile mit Glasscheibe überm Kopf, dazu ein langes Rohr im Mund – und damit sind sie losgeschwommen zwischen den Felsen. Anfangs hatte ich noch ziemlich Bammel, weil Birte so weit rausgeschwommen ist, danach bin ich einfach mit. Und das lange Schwimmen, das ist anstrengend, das kann ich euch sagen. Birte und Robert sagen, es schaut ziemlich lustig aus, wenn mein Fell unter Wasser so hin- und herschwankt. Erzählen aber auch von vielen bunten Fischen da unten. Hätte auch gerne so ein Schnorchelteil, gibt es sowas nicht für uns ??? Will auch die Fische sehen, grrumpff !!! Kann das nicht mal einer erfinden ???

Wunderschön warm übrigens, das Meer, viel besser als unsere Alm daheim – nur einen Nachteil hat es: man kann das Wasser nicht trinken, schmeckt eeeklig – und wenn man dann keinen Wassergumpen mit Süßwasser hat, dann stecken Birte und Robert mich doch tatsächlich in die Dusche (vielleicht auch, weil ich mich ein paarmal so richtig eingesaut habe, wer weiß).

So wie einstmals Idefix habe ich auf Korsika viele neue Freundschaften geschlossen. Nicht nur Wuffikollegen – auch Schweine, Schafe und Kühe laufen da einfach frei durch die Gegend. Da ist doch tatsächlich so ein Rindvieh mit gesenkten Hörnern auf mich los. Wieder was dazugelernt, beim nächsten Mal war ich schon vorsichtiger.

Zweimal habe ich gedacht, ich wäre im Paradies. Einmal gab es ein Riiiiiiiiesensteckerl, sprich einen ganzen Baumstamm, leicht und morsch, den hat Robert für mich ins Meer geworfen – und ich habe es geschafft, das Traumsteckerl wieder rauszuholen (ich bin ein Held) – so viel Holz zum Knurpseln, waaaaah, konnte mich gar nicht mehr einkriegen und hab nur noch gejapst und gefiepst. Birte und Robert haben da was von „Scratty“ und einer riesigen goldenen Nuss gefaselt. Das habe ich nicht so ganz kapiert.

Das zweite Mal war glatt noch besser, der Ort nennt sich „Lac du Ninu“: Erst ein total steiler, stundenlanger, anstrengender Anstieg über riesige Felsen – und dann öffnet sich das Hundeparadies: weite, saftige, weiche Wiesen so weit man schauen kann, Wassergumpen, ein See, Kühe und Pferde. Ich konnte nicht anders, musste nur noch rennen, rennen, rennen, hin und her und her und hin …

Wie schon in der Provence festgestellt: Die Franzosen sind totale Hundefreunde, überall werde ich bewundert und gestreichelt, bekomme sogar Bussis von kleinen Mädchen mitten in der Stadt. Habe gehört, 40 Prozent aller Franzosen haben einen Wuffi daheim – na da wundert mich nix mehr. Immer wieder strahlende Gesichter wenn ich vorbeigehe, fast jeder dreht sich nach mir um. Sogar die sonst eisigen Minen der Korsen tauen auf wenn sie mich sehen, vom Bäcker bis zum Straßenfeger. Naja, ich bin ja nicht nur ein Held sondern auch ein HÜBSCHES JUNGES MÄDCHEN, mindestens so hübsch wie Laetitia oder sogar Marmelada, oder?

Wir sind übrigens oft umgezogen – und ziemlich viel rumgekommen zwischen Hintenrum Ost und Hintenrum West. Birte und Robert, die haben ihre Hütte (oder „Zelt“) einfach am Morgen eingepackt und am Abend wieder aufgebaut, dann wieder eingepackt, wieder aufgebaut, wieder … so ähnlich wie meine Höhle oder „Box“, in der ich schlafen musste. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich das kapiert habe, musste fast jeden zweiten Tag meine Reviergrenzen wieder neu lernen – aber irgendwann ging das dann schon, bin ja nicht nur ein Held und hübsch, sondern auch noch intelligent.

Ob ihr das glaubt oder nicht: Ich konnte am Ende unseres „Urlaubs“ nur noch mit hängendem Kopf hinter Birte und Robert hertrotteln. Die haben mich total fertiggemacht, die beiden. 2 Wochen lang nur Wandern, Schwimmen und mit Kollegen am Strand toben. Am Ende war ich nur noch müüüde. Ich habe zwar versucht, es meinen korsischen Kollegen nachzumachen (die schauen aus wie Schafe und liegen den ganzen lieben langen Tag lang nur faul mitten auf den Straßen rum) – aber es ging einfach nicht, immer auf den Beinen von früh bis spät, keine Chance auf Siesta. Stundenlang am steinigen Strand rumrennen und mit Wuffikollegen toben, das geht auf Füßchen und Knochen. Gut, dass die liebe Birte am Abend manchmal meine Beinchen massiert hat (das könnte sie gerne öfter machen).

So – und jetzt sind wir wieder daheim: FRESSEN !!! Hab doch glatt im Urlaub abgenommen bei so viel Trubel und Bewegung. Und dann: SIESTA !!! Wobei … das hab ich schon auf der langen Heimfahrt fleißig geübt.

Ich wünsche euch allen viele tolle Reisen und Abenteuer – echt wunderschön, unsere Welt.
Eure Alia