Alia – Starporträt

Alia – Frühling

Hurrraaaa meine Lieben,

jetzt ist er da, der langersehnte Frühling. Der Schnee ist weg, die Blümchen wieder da und mein Winterpelz verschwindet fast von selbst. Vermutlich verzupfen sich die meisten Haare, wenn ich mich nach dem Schwimmen in der Alm genüsslich im Gras wälze.

Jedenfalls beim Bürsten geht nur noch wenig raus. Wie üblich hängen Birte und Robert meine Pelzreste in die Bäume und die Meisen bedienen sich fleißig, um kuschelige Nester für ihre Babys zu bauen. Vermutlich reichen ihnen meine Haare aber nicht. Der Robert hat da so stachelige und pelzige „Kaktüsse“ auf der Terrasse und die Meisen zupfen auch denen die Haare aus, hihihi, das ärgert ihn ein bisschen – aber er lässt die Meiserl rupfen und stört sie nicht dabei.

Mein Frühlings-Tagesablauf, der hat sich gewaltig verändert, ich habe das ja schon beim letzten Mal angesprochen. Wir gehen jetzt weniger spazieren und dafür mehr Radlfahren – und inzwischen gibt es auch ein Bild, juhuuu. Birte und Robert sind voll stolz auf mich, weil das so gut funktioniert. Ich muss mich aber auch mächtig konzentrieren und aufpassen, dass ich den beiden nicht vor die Räder komme, wenn ich eine Witterung in die Nase bekomme und abrupt stehenbleibe oder abbiege. Mussten schon ein paarmal scharf bremsen, die beiden – aber jetzt bin ich vorsichtiger. Jedenfalls megacool das Ganze, mit oder ohne Leine, das Tempo passt perfekt: Einfach nur traben, traben, traben …

Wir kommen jetzt im Frühling auch immer wieder an diesen Pflanzen mit den stinkenden Blättern vorbei. Dann muss ich mich brav nebens Radl legen und darauf aufpassen – während meine Menschchen die Blätter zupfen und mitnehmen fürs Abendessen: Bärlauchcremesuppe, Bärlauchbutter, Bärlauchöl, Bärlauchpesto, Bärlauchspätzle, Bärlauchknödel, Bärlauchpolenta, Bärlauchcouscous. Die spinnen, die Zweibeiner, was die für eine stinkende Menscherei futtern. Es geht doch nichts über Schweineohren, Rinderlunge oder das fein duftende Aroma von Trockenfisch. Und die Nudeln, die mag ich lieber pur – oder mit Faschiertem, hmmmmja.

Natürlich darf ich wieder in der Alm toben. Birte und Robert haben einen neuen Dreh raus, wie sie mich „pflanzen“ und auf die Palme bringen können. Sie werfen kleine Steinchen immer in die Gegenrichtung oder wenn ich wegschaue. Ich höre ein Platsch – aber bis ich mich umdrehe sind die weg, es schwimmt kein Steckerl im Wasser und ich gehe leer aus. Ob ihr es glaubt oder nicht, das macht mächtig Spaß „gepflanzt“ zu werden, ich gerate bei dem Spiel regelmäßig in Ekstase – fast so wie wenn die beiden sich mein Spielzeug gegenseitig zuwerfen und ich nix erwische, die Bazis.

Und daheim dann „chillen“, am liebsten im kühlen Schatten zwischen den Blumen.

Neue Tricks muss ich auch wieder lernen, zum Beispiel dirigieren mich die beiden jetzt aus der Ferne um die Bäume im Garten. Sie nennen das „Ummadumm“ oder so ähnlich. Jedenfalls hat Robert nun eine Liste mit meinem „Wortschatz“ gemacht – und ich komme schon auf über 100 Begriffe, die ich beherrsche: Tricks, Namen, Spielzeug, … Boäääiii, ich bin mächtig stolz auf mich.

Sprich, auch wenn es keinen Schnee mehr gibt, mir geht es prächtig und ich bin glücklich.

Schlabbabussis von der Nasenspitze bis zur Fußsohle,
Eure Alia