Alia Nammi

Alia – NAMMI

Nammi nammi ihr Lieben,

habe wieder was dazugelernt. Das „nammi“, das steht in Island für süße Leckereien. Robert war nämlich wieder mal weg, der Bazi – lässt es sich im hohen Norden bei angenehmen 10 Grad Kühle so richtig gutgehen während wir uns hier einen abschwitzen und abhecheln. (Schwitzen das ist die Birte, Hecheln das bin ich).

Man kann ja gar nicht richtig spazieren gehen bei der brüllenden Hitze. Die Straße versengt einem die armen Pfötchen. Raus kann man derzeit praktisch nur am frühen Morgen oder am späten Abend. Gar nicht so übel um die Uhrzeit, da trifft man auch Rehe und Hasen draußen, wuuuahahahihihi. Birte und Robert, die wandern mit mir jetzt ganze Strecken mitten in der Alm auf und ab. Die hat zwar wenig Wasser, ist aber immer noch schön kalt. Megaaffengeil – das erfrischt Pfötchen und Bäuchlein.

Zurück zu Robert und seinen Islandtouren. Einen Vorteil hat das Ganze ja. Wenn er wiederkommt und den Koffer aufmacht, das duftet aber sowas von nammi nammi, das ist unglaublich – und es fällt auch für mich was ab: manchmal ein Stückchen Haut vom LAX – oder HARDFISKUR (das ist so’n total feiner getrockneter Fisch – oder jetzt am Wochenende gab‘s sogar ein bisserl Knorpel und Fleischreste einer isländischen LAMBALEIRI (urlecker Lammhaxe). Ich könnte stundenlang Genusskauen.

Aber das Megaurhyperdupernammi, das ist noch was anderes. Robert hat eine Flasche THORSKALÝSI mitgebracht. Das heißt hier Lebertran und ich bekomme hin und wieder ein paar Tröpfchen zum Schlabbern. Da kann ich mich gar nicht mehr bremsen, dafür mache ich alles was die Zweibeiner von mir wollen.

Birte und Robert, die sinnieren jetzt über meinen Zuchtlinie: Dass sich in Australien mal ein Känguru in meinen Familienstammbaum eingekreuzt hat, das ist ja eh klar – nur jetzt taucht die Frage auf, woher kommt meine Vorliebe für Fisch und fürs Schwimmen? Ob eine meiner Ur-Ur-Urahninnen aus dem Baskenland mal einen hübschen jungen Seehundrüden getroffen hat? Vielleicht sogar einen isländischen? Die Basken sollen ja vor ein paar hundert Jahren das dänische Handelsmonopol mit den Isländern fleißig umgangen haben …

Mir ist ein Gerücht zu Näschen und Öhrchen gekommen, der Robert fährt nochmal weg. Okäääi, soll er. Solange er so feine Sachen mitbringt geht das schon in Ordnung. So – und jetzt wieder ab in meine kühle Kuhle unter der schattigen Weigelie, sollen sich doch die anderen in der Hitze abarbeiten, ich sicher nicht.

Schlabbabussi mit Fischgeruch aus dem Schnäuzelchen,
Eure Alia