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Alia – Afrika: Eine Andere Welt

Alia – Afrika: eine andere Welt

Blaf Blaf ǃgâsab,

Robert war wieder mal weg in Afrika – na diesmal gibt es wenigstens ein Bild von mir und der lieben Birte. Ehrlich: da gewöhne ich mich nie dran, dass der Bazi uns immer wieder für ein paar Wochen alleine lässt.

Er hat mir wieder ein bisschen was erzählt, was da in Namibia anders ist als bei uns – und ich bin echt froh, dass ich nicht dabei war.

Er hat dort zum Beispiel diese Riesenmiezekatzen getroffen, vor denen ich im Tierpark schon mal vollen Bammel hatte. Ja, auch ein Held muss seine Grenzen kennen. Gottseidank hat er die nur vom sicheren Bus aus fotifiert, ich muss mir also keine Sorgen machen, dass er dort von Monstern gefressen wird.

Aber was er sonst noch so alles berichtet, na da wird mir ein bisschen anders zumute. Also: Es gibt dort viel „Licht und Schatten“, „weiße“ Menschen und „schwarze“ Menschen, „reiche“ Menschen und „arme“ Menschen. Die armen Menschen haben oft nicht mal genug, um selber satt zu werden, geschweige denn um einen Wuffi wie mich zu füttern. Wenn es dort so richtig trocken und heiß ist so wie jetzt, dann gehen die sogar in die Supermärkte und betteln um Pappkartons um ihre Ziegen zu füttern …

Und die „weißen“ Menschen, die haben Angst vor den „schwarzen“ Menschen, wohnen hinter dicken Mauern mit Stacheldraht, nur weil die armen Menschen ihnen ihre Glotzkisten wegnehmen und irgendwie in Futter umwandeln könnten. Und damit kommen meine afrikanischen Wuffikollegen ins Spiel. Vor lauter Angst haben die Reichen „Rottis“ und „Boerboels“. Meine Kollegen in Namibia stecken den ganzen Tag hinter den Mauern um ihre Menschchen und deren Glotzkisten zu „beschützen“. Wie bitte ??? Verkehrte Welt da, meine beiden sind ja dazu da um mich zu beschützen, nicht umgekehrt. Wenn mein Heldentum versagt, wenn zum Beispiel mehrere große Kumpels daherkommen, dann drücke ich mich aber schnell an meine Menschchenbeine. Und dort ist das genau andersrum. Stellt euch vor, ich würde hier auf die Idee kommen und meine beiden so richtig beschützen und andere beißen – das gäbe aber Ärger … Voll verkehrte Welt dort im Süden.

Noch dazu dürfen die meisten meiner Kumpels in Afrika nie vor die Mauer zum Spazierengehen, tagaus tagein in kleinen, trockenen „Gärten“ ohne Blick nach draußen … die müssen ja voll gaga sein, die Armen.

Nein, ich will nicht nach Afrika! Außerdem ist es mir dort viel zu heiß und viel zu trocken! Bin ich froh, dass wir hier in Österreich leben, hier ist die Welt in Ordnung. Es gibt Bäche und Seen zum Schwimmen, es ist genug Futter für alle da – und vor allem sind die Hunde hier zum Kuscheln und Spielen da, nicht zum „Beschützen“.

Soen nat vriende,
Eure Alita