Überspringen zu Hauptinhalt

Alia – Aua im Schnäuzelchen

Juppididuppididuuu,

Robert ist wieder daaaaa. Der war mal wieder „z‘Guatemala“.

Bei der Abreise war mir gar nicht wohl – vor allem als er die gepackten Koffer in den Flur gestellt hat. In dem Moment bin ich mir immer sicher, wir müssen wieder mal ein paar Tage ohne Robert auskommen … Naja, inzwischen bin ich das ja fast gewöhnt und es ist auch klar, dass er irgendwann wiederkommt – aber mit Robert daheim ist es doch viel schöner. Ich mag es einfach nicht, wenn unsere krasse Herde nicht komplett ist!

Er hat dort in dem exotischen Land fleißig fremdgekuschelt, grrrmmllll. Es gibt auch dort totaaal süße Wuffi-Kollegen – und die haben auch den perfekten schmachtenden Blick drauf, wenn sie Kuscheln oder Futter wollen. Da können die Menschen nicht widerstehen …
Der Koffer hat daheim total fremd geduftet, vor allem so ein Stoffbündel, das sich als Rock für Birte herausgestellt hat. Nur für mich, da war wieder mal gar nix drin, grrrrrmlllllllrrrrrrmllllll … Was soll ich denn mit Schokolade anfangen? Oder Honig? Chilischoten? Kaffee? Bääääh! Gibt es da drüben nicht auch Hühnerbeine, lecker Lunge oder Lammpansen?

Robert hat am letzten Tag in Guatemala Stadt ein spannendes Straßenschild entdeckt und schnell aus dem fahrenden Bus heraus fotifiert. Da sieht man einen Hund auf einem Zebrastreifen – und das bedeutet: Da kommt bald eine Fußgängerüberführung um sicher über die viel befahrene Straße zu kommen. Die haben echt Humor, die guatemaltekischen Verkehrsplaner: Die Menschen dort sind scheint’s ziemlich dämlich. Jedenfalls haben die Straßenhunde dort sehr schnell gelernt, dass der sicherste Weg auf die andere Straßenseite die Fußgängerbrücke ist … die Menschen anscheinend nicht … und jetzt sagt das Schild: „Liebe liebe Menschen, selbst die Hunde sind schlau genug, den sicheren Weg zu wählen, macht das doch bitte bitte auch!“

Aber das wollte ich ja eigentlich gar nicht erzählen, da gibt es was viel Wichtigeres: Vor ein paar Monaten ging das los, da hat sich ein echt heftiges Aua in meinem Schnäuzelchen breitgemacht. Ich wollte gar nicht mehr spazieren gehen, bin manchmal sogar stehen geblieben und habe meinen beiden lieben Menschchen ziemlich deutlich gemacht: das tut echt weh, ich will wieder heim! Selbst im Urlaub in Kroatien war ich voll ausgebremst.

Birte und Robert, die haben sich zwar gewundert, hatten aber keine Ahnung was tatsächlich los ist. Da ich ziemlich am Boden und meine Energie ziemlich im Keller lag, waren wir bei Frau Doktor Petra. Die hat dann meine Pfötchen angeguckt und meine Beinchen hin- und hergedreht. Danach bei einer Hunde-Fisioterapeutine (oder so ähnlich): Die hat meine Wirbelsäule durchgeknetet. Keiner hat was gefunden. Schön blöd … ich kann zwar zeigen, dass mir was weh tut, aber die menschliche Sprache, die beherrsche ich nicht – um einfach zu sagen, wo das Aua herkommt. Sind uns doch ein bisschen voraus diese Menschen.

Am Ende hat Robert dann doch eine Entzündung am Zahnfleisch bemerkt und wir sind nochmal zu Frau Doktorin. Da hat sich letztendlich eine „Fitsel“ an meinem Zahnfleisch gebildet. Es hieß gleich: Der Zahn muß raus! Das war die Ursache der ganzen Misere: mein schöner Fangzahn, der eh schon mal geflickt war. Ich wollte mal einen Stein fangen, erinnert ihr euch an die Geschichte? Inzwischen hatte der Zahn noch einen Riss – und irgendwie sind dann doch Aua-aua-Keime an die Wurzel gekommen. Echt heftig, das kann ich euch sagen. Jedenfalls, während Robert in Guatemala war, sind Birte und ich zu Frau Zähnchenausreiße-Doktorin. Soll ziemlich kompliziert sein, so eine Zahnausreißeaktion bei uns Wuffis … Zahnfleisch aufschneiden, Kiefer auffräsen, Zahn herausfräsen, Zahnfleisch wieder zusammennähen … Wir haben halt doch stabilere Beißerchen als die Menschen … Und jetzt ist er ganz weg, mein schöner schöner Fangzahn. Anfangs nur weiches Futter, keine Zerrspiele – langsam wird es nun besser, kein Aua mehr im Schnäuzelchen und die Fäden im Zahnfleisch lösen sich langsam aber sicher auf.

Ob sich Birte und Robert wirklich freuen, dass ich nun wieder mein volles „Energieniveau“ erreicht habe ??? Bin nicht sicher … die könnten doch viel öfter Schneebälle werfen! Ist doch wahr! Ich kann die doch nun wieder ohne Aua fangen !!! Kommt !!! Auf auf !!! Raus vor die Tür !!! Toben im Schnee !!! Nicht immer nur vor dem warmen Ofen faulenzen, Glotze gucken, Puzzleteile legen oder sogar „arbeiten“ – was soll der Quatsch, ich will SPIELEN !!! Ich kann diesen schmachtenden Blick auch wenn ich was will … Hilft nur leider nicht immer …

Dicke fette Schlabbabussis, ganz ohne Aua,

Eure Alia