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Alia – Mensch-Hund-Kommunikation

Ein glückliches Neues Jahr 2022 meine Lieben!

Die liebe Birte hat bei unserem Neujahrspaziergang am Hinteren Rinnbach eine geniale Fotoserie von mir und dem Robert mit ihrem Wischteil geknipst. Das muss ich euch zeigen, siehe all die Fotis hier in diesem Beitrag. Die Diana (das ist die Menschin, die auf meine Freundin Momo aufpasst) hat gemeint, wir würden die noch offenen Fragen des reziproken Determinismusses klären … oder die anstehende Einkaufsliste für den Hundefutterladen. Tatsächlich war die Diskussion viel einfacher, etwa so:

„Du Alia – yep – woll ma nicht was anstellen – keine Ahnung, schlag was vor – hmmm, weiß nicht, schlag du was vor – wie wär‘s mit einem Zug durch die Gemeinde – ach hier im Wald ist doch nirgends was los – schöner Schaaß“

Spaß Beiseite, die „interspecielle Kommunikation zwischen mir und meinen Menschchen, die ist gar nicht so einfach, die hat es echt in sich. Blöderweise kann ich nicht so vielfältige Töne hervorbringen wie die Nacktnasen – ich kann leider nur Knurren, Bellen, Winseln, Fiepen, Grunzen.

Auf der einen Seite verstehe ich ziemlich viel von dem was sie sagen. Robert führt eine Liste mit meinem Wortschatz. Es sind inzwischen schon sage und schreibe fast 200 Menschenwörter (Gegenstände, Personen, Befehle, Futter und anderes), die ich „offiziell“ verstehe – tatsächlich verstehe ich noch viiiiel mehr als Birte und Robert meinen zu wissen, hihihi !

Dazu kommt, dass die beiden bei der Elisabeth in der Mensch-Hund-Schule vor allem beim Longieren und beim Hoopers-Training noch lernen, wie ich auf ihre Körpersprache reagiere – dass zum Beispiel ihre Fußspitzen in die Richtung zeigen müssen in die ich rennen soll – oder dass ein kleines Zucken mit den Schultern ausreicht, dass ich die Richtung ändere. Auf große Gesten reagiere ich dagegen kaum. Ich muss schon sagen: So dumm stellen sich die beiden gar nicht an, sie haben aber noch viel zu lernen. Gut dass wir das immer noch hin und wieder üben.

Das Problem ist die umgekehrte Kommunikation. Für die beiden ist es enorm schwer zu verstehen, wenn ich ihnen etwas sagen will. Da bleiben mir nur meine Äuglein und meine Körperhaltung. Ziemlich einfach ist es noch, wenn irgendwo etwas liegt, das ich haben will und wo ich nicht rankomme. Dann schaue ich hin und die beiden folgen meinem Blick.

Wenn ich aber zum Beispiel frisches Wasser haben will, dann wird es schwierig. Dann gehe ich zu Birte oder Robert und schaue sie an, lege vielleicht auch noch den Kopf auf ihr Bein – und dann werden die beiden so lange hypnotisiert, bis sie endlich reagieren: „Alia, was willst du? Willst du raus? – weiter hypnotisieren – Hast du Hunger? – weiter hypnosaften – Willst du frisches Wasser? – Jaaa, das heißt ein Aufblitzen meiner Äuglein reicht und ich bekomme mein Wasser.

Blöd ist, wenn die beiden im Bett liegen und schlafen und ich muss dringend raus: Da kann ich Hypnosaften so lange ich will und niemand reagiert – und wenn die beiden ganz tief und fest schlafen, dann hören sie nicht einmal ein kurzes „Uh“. Wenn alle Stricke reißen, dann traue ich mich und stupse den Robert mit meiner Nase an und wecke ihn auf. Das weiß er inzwischen: Wenn es so weit ist, dann ist es ECHT dringend.

Die beste Kommunikations-Aktion, die gab es letztens in Dorfen beim Gusti in der Wohnung. Es war eigentlich schon vor dem Schlafengehen, ich war auch schon draußen beim Pipimachen. Robert hat noch ein bisschen auf dem Sofa gelümmelt und mit seiner Mama und dem Gusti geratscht. Ich bin noch ein bisschen durch die Wohnung getigert – und ausnahmsweise war die Tür zu dem Zimmer wo der Gusti und die Mama schlafen offen. Neugierig wie ich bin muss ich doch da stöbern und da erschnuppere ich was, das muss ich HABEN !!!

Ab zum Robert und Hypnosaften: „Alia, was willst du, du warst doch schon draußen? – Frisches Wasser? – Nein – Futter? – Nein – Hmmm, zeig mir mal was du willst“ und Robert steht auf und geht mir nach. Ich muss unterwegs auch zweimal umschauen, ob er mir wirklich nachgeht – ja, macht er. Ich führe ihn bis zum Nachtkasterl im Schlafzimmer seiner Eltern und blicke starr da hin (man nennt das „Anzeigeverhalten“). Da steht ein Wecker, Robert nimmt ihn. „Willst du etwa den? – Nein“ Da liegen zwei Hüte auf einem großen Wasserkrug. „Alia, willst du etwa den Hut? – Nein – Alia, willst du etwa den anderen Hut? – Nein – Alia, willst du etwa den Wasserkrug? – Nein – Aber da ist ja sonst nix mehr – oder doch? Vielleicht irgendetwas drin in dem Krug wo die beiden Hüte drauflagen. Robert greift rein. Jaaaaa, hurrraaaaa, er hat’s kapiert: Da ist der Massageball, mit dem ich beim letzten Besuch spielen durfte, den habe ich durch die beiden Hüte im Krug erschnüffelt, den will ich haaaben, mit dem will ich jetzt SPIIIIIIIIIIELEN !!!

Echt oft urmegaschwer, den Menschchen zu zeigen, was ich will – aber mit Birte und Robert, da klappt das am Ende doch.

Ich wünsche euch allen so aufmerksame Hundeleser wie meine beiden – ich weiß, das ist nicht selbstverständlich.

Dickes Schlabbabussi,
Eure Alia