Überspringen zu Hauptinhalt

Alia – une loupine heureuse

Bonwouff mes amis,

ihr werdet es nicht glauben, Birte und Robert haben einen neuen Namen für mich erfunden: Die nannten mich im Urlaub einfach „Lupinchen“ statt Alia. Sowas … ob das mit der fremden Sprache rund um uns zu tun hatte? Wir waren nämlich in der Provence und die Leute dort reden ganz anders als hier, klingt alles viel sanfter und melodischer in Frankreich. Wahrscheinlich hat sich in ihren Hirnen ungefähr das hier abgespielt: Alia – Hund – Wolf – französisch loup – weiblich loupine (oder so) – Lupinchen. Was soll‘s, Fremdsprachen bin ich eh schon gewöhnt, Robert ruft mich jetzt immer auf Spanisch „ven aquí“ wenn ich zu ihm kommen soll.

Nun aber vom Anfang an. Meine Zweibeiner waren im Urlaub einfach zu faul zum Postkartenschreiben, haben mir das aufgehalst. Nochmal: „was soll‘s“ – ich berichte doch eh immer im Blowuff.

War das eine Fahrerei … ganz schön fad, wenn man praktisch zwei Tage lang im Auto rumliegt. Zuerst dachte ich noch „super, wir besuchen Hundeopa Gusti in Dorfen und Hundeoma Sigrid in Vaterstetten“ … falsch gedacht. War zwar nett, durfte in der Isen baden und die Esel auf dem Pferdehof in Vaterstetten abbusseln, aber dann ging das noch weiter und weiter und weiter.

Nächste Station Daßberg im Allgäu mit Friederike, Jörg und vielen Miezekatzen, dann Riehen in der Schweiz. Da haben wir Dagmar und Jürgen besucht – schon toll, dass meine beiden Menschchen sooo viele Freunde haben. Und gerade die Dagmar, die ist ein Megakumpel, die kann SPIELEN, das kann ich euch sagen, knurrt und bellt dabei wie ein Kollege – hat nur keinen Schwanz zum Wedeln, sonst könnte man die adoptieren in die Fellnasenwelt. Das ist echt ein komisches Land das, diese Schweiz: Da findet man beim Spazierengehen nirgends ein Steckerl dem man nachjagen könnte. Müssen die immer so sauber aufräumen, sogar draußen auf der Wiese und im Wald ??? Übrigens ziemlich flach dort, es ging ständig eben dahin, bis wir endlich in Frankreich waren.

Wir haben eine kleine Wohnung bezogen. Birte und Robert, die haben geschlemmt mit Maronencreme, Fromage Blanc, Camembert, Ziegenrolle Pain au Chocolat, Wein jeden Abend und Fisch, vom Rochen bis zum Seeteufel … und ich … hatte nur mein Standardfutter von daheim !!! PROTEST !!! Sagt den beiden doch mal: SO GEHT DAS NICHT !!!

Ansonsten alles urleiwand bei den Galliern. Jeden Tag Wandern: nach Kräutern duftende Wälder und Berge – wilde und schattige Schluchten –  Baden in Seen, Flüssen und Meer – und ein bisserl Kultur in netten Städtchen. Auf den Märkten duftet das, waaaaah, Fleisch, Fisch, Käse, echt urmegafein – Birte und Robert kaufen ein, nur ich kriege wieder nix, nochmal PROTEST !!!

Die Gallier selbst: dodaaal liiiiieb, ich habe unglaublich viele Streichler und Bewunderer unterwegs getroffen – und gebildet, die erkannten mich fast alle auf Anhieb als Aussie – dabei hatten die selber meist so winzige, immer nervöse und kläffende Fellnasen dabei, oft sogar noch im Zweierpack. Wuffis meiner Gewichtsklasse zum Spielen und Toben: eher Fehlanzeige.

Gelernt habe ich auch was, nämlich Geduld und Umsicht. Die Hauruck-Methode funktioniert beim Wandern nicht immer, da muss man echt aufpassen. Springe über einen Felsen, hurraaa – und lande drüben in einer Felsspalte. Man sollte halt vorher schauen, wo man hinspringt … Nochmal hurraaa, Riesensatz – und schlittere beim Landen auf nassem glattem Fels fast in die Schlucht. So langsam merke ich, dass man lieber hören und gehorchen sollte, wenn meine Zweibeiner „Langsam“ und „Vorsicht“ sagen, mich bremsen und hinter ihnen gehen lassen. Bei ein paar ganz schwierigen Passagen mussten sie mir den Weg zwischen den Felsblöcken zeigen. Das hat funktioniert, war zwar ein bisschen nervös, musste Grasfressen und Pipimachen – aber als das geschafft war, habe ich mich gefreut und gejapst wie ein Schneetiger. Absolut Megaaffenstark: Einmal musste die Birte mich sogar auf den Arm nehmen und eine Leiter runtertragen. Zuerst habe ich sie noch ein bisserl zerkratzt („Haaalt, bisdudebbad ???“), dann aber ruhig gehalten – und beim Rückweg ging das schon super. Habe erst noch nach alternativen Wegengesucht, nix gefunden und ließ dann die ganze Prozedur ruhig über mich ergehen. ICH BIN EIN HELD !!!

Die Heimfahrt: superfad.
Daheim: Alltag, iiibäääh.

He Birte, du Robert, können wir nicht bald wieder losfahren in Urlaub?