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Multikontinentale Fusionsküche

Multikontinentale Fusionsküche

Ernährungsgewohnheiten eines Reiseleiters mit Garten

Frisch zurück von einer Reiseleitung in Island! Hurraaaa, man kann wieder reisen – und in Island ist das derzeit genial, vollkommen entspannt, da es nur wenige kontrollierte Covid-Fälle gibt (hier funktioniert das Gesundheitswesen wie sonst kaum auf der Welt) – und gegenüber früheren Jahren ist es heuer nahezu menschenleer. Nix wie hin, die beste Empfehlung derzeit!

Und was hat ein Reiseleiter, der gerne fein speist im Island-Gepäck? Natürlich isländisches Lambaprime. Und was macht man damit? Mal schauen, was der Garten daheim gerade hergibt:

(1) AJO CHILOTE: Vor ein paar Jahren hatte ich zwei Zehen des berühmten Riesen-Knoblauchs von der südchilenischen Insel Chiloé im oberösterreichischen Almschotterboden gepflanzt und er gedeiht prächtig. Die größte Knolle hatte sage und schreibe 400g. Gärtnerstolz!

(2) STECKRÜBEN: In Island nicht wegzudenken – und hier kennt das kaum noch jemand, nur noch die Generation der Kriegskinder. Arme-Leute-Essen in schlechten Zeiten. Langsam wird das wieder bekannt, im Samenhandel wird man fündig. Als Püree genial.

(3) BLATTKOHL (KALE): Auch nahezu unbekannt bei uns, ebenfalls ein Arme-Leute-Essen aus Afrika und anderen, eher tropischen Ländern. Ich hatte mal ein Päckchen Samen in einem Supermarkt in Botswana gekauft – und auch der gedeiht hier prächtig. Man kann einfach immer ein paar Blätter ernten und muss nicht auf den Frost warten wie bei Grünkohl.

Gewürze: nur Salz (natürlich isländisches Meersalz aus den Westfjorden), ein bisschen Pfeffer, Olivenöl und Rosmarin für den mediterranen Touch. Thymian ist unnötig, die isländischen Lämmer fressen genug davon, das Fleisch ist praktisch selbstgewürzt.

Also, rein in den Ofen mit dem Lammfleisch und Knoblauch, ab auf den Herd mit Steckrüben und Kohl: Ein megageniales, internationales Abendessen.

Ach ja, was bei mir selten fehlt noch zum Schluss obendrauf: CHILE COBANERO: So ziemlich das beste Chilipulver überhaupt aus Guatemala, leicht geräuchert.

Fehlt noch eine Getränkeempfehlung: Für den Durst am liebsten ROSA DE JAMAICA, die feine mittelamerikanisch-arabische Limonade aus Hibiskusblüten (immer im Gepäck wenn ich aus Mexiko oder Guatemala nach Hause komme), als Tee aufgebrüht und mit Quittensirup aus dem Garten gesüßt. Oder doch was hiesiges, leicht vergorenes? Dann feines Eggenberger MÄRZEN!

Buen provecho, guten Appetit, enjoy your meal, njóttu máltíðarinnar,
Robertito